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Kapitel 1 - Das Abenteuer beginnt


Vor Jahren geschah etwas Sonderbares im Reich des antarktischen Ozeans, denn eine zweite Prinzessin war geboren worden. Sie war etwas Besonderes, denn sie war als jüngere Schwester der schwarzen Prinzessin geboren worden, doch sowohl ihre Flosse als auch ihre Perle waren in einer anderen Farbe, sie waren in einem strahlenden Weiß. Das Volk fürchtete die weiße Prinzessin, sie sahen es als schlechtes Omen an, dass eine Prinzessin eine andere Farbe als ihr Reich hatte, noch dazu eine, die es als Flossenfarbe gar nicht gab und so verstießen sie die junge Meerjungfrau. Sie setzten sie mitten im Meer aus, wo sie ihren Weg finden oder sterben sollte. Das junge Mädchen fand jedoch das Festland und so schwamm sie zur Küste. Vor ihr waren zwei Menschen zugange gewesen, welche sich gerade innig umarmten und anlächelten. Die beiden bemerkten die Prinzessin und nahmen sie mit sich. So lebte die weiße Meerjungfrauenprinzessin von nun an unter Menschen an Land. Nichts erinnerte sie mehr an ihr Leben im Meer.

„Kimiko, steh auf! Du hast verschlafen!“ Sofort saß die schwarzhaarige Schülerin aufrecht in ihrem Bett und nahm sich ihren Wecker zur Hand. Tatsache! Warum hatte das dumme Ding denn nicht geläutet? Sie stellte ihn auf seinen Platz auf dem Nachtschränkchen und sprang sofort auf, ab ins Bad wo sie sich schnell die Zähne putzte und ihre lila Schleifen ins Haar machte. Sofort als sie im Badezimmer fertig war zog sie sich ihre Schuluniform an und lief mit der Schultasche in der Hand aus dem Haus. „Kimiko! Dein Lunch!“ seufzte die junge Besitzerin des Hauses nur. Also wirklich, dieses Mädchen war manchmal noch schlimmer als sie selbst! „Sakura-san? Alles in Ordnung?“ fragte ein kleiner schwarze Pinguin die Dame. Diese nickte und sah zu dem Wesen. „Ja, es geht schon. Ich habe nur über Kimiko nachgedacht“ meinte sie und blickte nochmal ihrer Untermieterin nach.

„Verdammt! Warum immer ich!“ seufzte Kimiko als sie so schnell lief, wie ihre Beine sie nur tragen konnten. Das war das dritte Mal diese Woche, dass sie verschlafen hatte und wenn sie noch einmal zu spät kam, würde die Lehrerin sie sicher lynchen! Vor lauter nachdenken und verzweifeln merkte sie gar nicht, wie sie auf jemanden zulief, welcher schon die ganze Zeit auf sie gewartet hatte. „Hey Kimi-tan!“ rief ihr eine Jungenstimme entgegen und erst jetzt riss das Mädchen geschockt die Augen auf und versuchte zu bremsen, doch das klappte nicht so ganz und so landete sie zusammen mit ihrem besten Freund am Boden. Touma seufzte kurz etwas, lachte aber dann. „Du weißt, ich wollte dich schon immer mal auf mir haben, aber nicht so.“ Sofort wurde Kimiko rot und stieg von ihm runter. „Perversling! Lass das!“ fauchte sie sauer aber er lachte nur und erhob sich etwas. Er war ein guter Freund, ja, aber sie mochte es nicht, wie er sie aufzog. Sie blickte auf die große Uhr an der Außenmauer ihrer Schule. Oh je, nur noch 3 Minuten! Sofort lief sie los und ließ ihren Freund mit einem Lächeln im Gesicht stehen. „Das ist typisch Kimiko“ meinte er belustigt und machte sich nun auch auf den Weg in die Klasse.

„Geschafft!“ gab Kimiko erleichtert von sich, als sie es noch knapp vor dem Läuten die Klasse betrat. Sie machte sich sofort auf zu ihrem Platz und setzte sich. Das war noch mal gut gegangen! „Na, wieder verschlafen Kimi?“ hörte sie eine sanfte Stimme fragen. Sie blickte auf und sah in die türkisenen Augen ihrer besten Freund Akiza Evans. Akiza war wie sie eine Meerjungfrau, die Prinzessin des türkisen Reiches. Dieses Mädchen verstand Kimiko eben am besten, na ja meistens zumindest. Die Beiden konnten auch ordentlich zanken. Aber wenn man sie brauchte, war die türkishaarige immer für sie da. Kimiko lächelte sie sanft an „Ja, ich hab verschlafen. Aber ich habe heute Nacht auch ziemlichen Mist aus der Vergangenheit geträumt.“ Sie hasste es, wenn sie an das Geschehene dachte, wie sie von ihrem Reich verstoßen worden war, dabei konnte sie selbst doch auch nichts dafür, dass sie als weiße Meerjungfrau im Reich der schwarzen Meerjungfrauen geboren worden war. Wenn, dann war die Meeresgöttin Umi schuld… Aber Kimiko war der Göttin nicht böse, nein, sie war sicher, dass sie aus gutem Grund so geboren worden war, nur waren die Dummköpfe in ihrem Reich nicht bereit, sich auf so einen Gedanken einzulassen.

Akiza sah Kimiko wohl an, was sie gerade dachte, denn sie legte ihrer Freundin eine Hand auf die Schulter. „Was hältst du davon, wenn wir uns nach der Schule einen schönen Tag machen. Wir können etwas shoppen gehen!“ Die Schwarzhaarige musste kichern. Akiza wusste eben, wie man sie wieder aufheiterte. Nickend stimmte sie also ihrer Freundin zu, aber bis nach dem Unterricht würde es schon noch etwas dauern. „Endlich fertig“ entwich es Akiza als sie neben Kimiko das Schulgebäude verlies und in Richtung der Stadt ging. Die war ja wenigstens schnell zu erreichen, immerhin war die Schule gleich am Stadtrand gebaut worden und so waren sie nach wenigen Minuten schon in der großen Einkaufsstraße. „Oh, guck mal Akiza! Ist das nicht hübsch!“ hörte die Türkise ihre Freundin sagen und sah zu ihr. Kimikos Augen klebten an einem wunderschönen schwarzen Kleid. Es machte sie echt glücklich zu sehen, dass die weiße Prinzessin so lächelte. Das tat sie nämlich viel zu selten in ihren Augen. „Kimiko, wollen wir nicht ins Meer gehen und etwas schwimmen?“ Kimikos Blick ging vom Kleid zu ihrer Freundin, sie überlegte kurz. Eigentlich ging Kimiko nicht gerne ins Meer… Sie hatte eigentlich damit abgeschlossen und sah sich nur mehr als Mensch an, aber… wenn Akiza so nett fragte. „N… na gut, aber nur dieses eine Mal, du weißt, ich hasse das Meer!“ meinte sie ehrlich. Ihre Freundin nickte aber begeistert, packte ihre Hand und lief sofort los zum Strand. Kimiko konnte sich gar nicht dagegen wehren, sie ließ sich einfach nur mitziehen. Es war schon komisch… Kimiko war eine Meerjungfrau, doch hasste sie das Meer wie kein anderer. Akiza hatte sie anfangs, als sie ihr das gesagt hatte, nur schief angesehen, doch mittlerweile ließ sie das Mädchen in Ruhe. Kimiko hasste das Meer nun mal, aber wen wunderte es auch? Sie war verdammt noch mal verstoßen worden, von ihrem eigenen Reich und von ihrer großen Schwester! Am meisten tat ihr der Verrat ihrer Schwester weh, aber das würde sie nie zugeben. Sie war froh hier an Land zu leben, bei Sakura, welche ebenfalls eine Meerjungfrau war, auch aus Kimikos Reich, doch sie hatte das Meer schon lange verlassen für ihre erste Liebe, und das fand Kimiko sehr edel. Sie sah in Sakura eine große Schwester, eine Mutter.



Platsch! Kimiko sah auf. Akiza war verschwunden, sie sah nur mehr die leichten Wellen, welche das Meer schlug. Akiza war wohl schon mal voraus. Kimiko seufzte etwas. Sie sah auf das Wasser. Sie hatte schon bedenken, jetzt das blaue Nass zu betreten. Sie holte nochmal tief Luft und folgte ihrer Freundin. Unterwasser nahmen ihre Beine die Form einer schönen schneeweißen Schwanzflosse an, ihre Haare wurden ebenfalls schneeweiß und länger. Sie waren links und rechts zu zwei Zöpfen gebunden, nur zwei kleine Strähnen hingen ihr ins Gesicht. Sie schwamm etwas und suchte ihre Freundin, doch sie konnte sie nicht sehen. War die Türkise Prinzessin etwa so schnell geschwommen? Ohne zu wissen ob Kimiko ihr folgte oder nicht? Die weißhaarige Meerjungfrau sah sich besorgt um. Hier unter Wasser war es düster… dunkel. Normale Meerjungfrauen würden sich wohl freuen, doch Kimiko jagte dies nur einen Schauer über den Rücken. Sie dachte an die Zeit, die sie hier alleine und verloren als Kind verbrachte, bevor Sakura und ihr Mann sie fanden… Sie schüttelte den Gedanken schnell ab, sie durfte kein Weichei sein, sie musste ihre Angst besiegen. „Aki?“ fragte sie und sah sich um. Wo war die Andere denn nur hin? „Akiza? Das ist nicht lustig…“ meinte sie besorgt und schwamm etwas weiter. Doch dann drang etwas in ihre Ohren, was ihr Schmerzen bereitete. Es war ein Lied.
BIGGU BAN oto to hikari no SUTOORII OO OO OO
Ippatsu goto ni chikazuku kyori dondon dondon
Sore wa natsu no sahou uta utaou
Motto waraou koe agete OO OO OO



Kimiko hielt sich ihre Ohren zu. Was war das nur? Warum tat es so weh? Sie musste hier weg! Doch… wo war nur Akiza? Verdammt. War sie etwa in Gefahr? Da hörte sie auch schon die von Schmerz geplagten Schreie ihrer Freundin. Oh, nein! Was sollte sie nur tun? Sie konnte doch nicht da hin! Sie hatte selbst Schmerzen… doch Akiza konnte sie auch nicht im Stich lassen! Sie holte tief Luft und nahm all ihren Mut zusammen. Sofort schwamm sie zu der Stelle von der der Song gekommen war, welcher zum Glück nun schon zu Ende war. Das machte es Kimiko um einiges leichter, an die Andere ran zu kommen. Von weitem sah sie auch schon wie jemand die türkise Prinzessin fest in seiner Gewalt hatte. „Lass mich los!“ schrie Akiza verzweifelt. Das Wesen, welches sie hielt lachte nur. „Als ob Prinzessin! Du wirst hier sterben!“ meinte sie und lachte laut. Was sollte sie tun? Was sollte Kimiko denn nur tun? Verzweifelt kniff sie ihre Augen zusammen und überlegte, doch es wollte ihr nichts einfallen. Verdammt!!!



„Singe“ Kimiko riss ihre Augen auf. Was war das eben für eine Stimme gewesen? „Singe! Rette die Prinzessin des türkisen Reiches mit deinem Gesang, Prinzessin Kimiko“ Kimikos Hand umschloss ihre Muschelkette. Irgendwie fühlte sie sich gerade viel Stärker… „Hey, du! Ja, du Monster!“ rief sie mutig und schwamm zu Akiza und dem Wesen. Akiza sah geschockt zu Kimiko. „Flüchte! Los, bevor sie singt!“ Doch Kimiko würde nicht gehen. „White Pearl Voice!“ rief sie. Ihr ganzer Körper erstrahlte im hellen Licht, aus ihren Flossen wurden auch wieder Beine und sie trug ein wunderschönes Idoldress. Sie legte ihr Mikrofon an ihre Lippen und fing an, ihren Song zu singen, mit welchem sie das Böse besiegen wollte.

Nee kaze ga fuitara machi wa koe o hisomete
Hora tsukanda ude ni hitotsu hoshi ga tomatta
Tsutaetai koto wa itsumo kotoba ni naranakute tada
Mado ni tsumotta jikan ga tooku natteita


Das böse Wesen fing an sich vor Schmerzen zu winden und so konnte sich auch Akiza endlich befreien. Sofort schwamm sie zu Kimiko und verwandelte sich ebenfalls, ehe sie in Kimikos Lied einstimmte.

Itsumademo kienai de hoshi no you na yuki ga furisosogu
Hitomi tojite mune no oku de hibiku anata no kotoba o
Moshi hitotsu negaigoto kanau naraba anata no sono te de
Hoho de tokeru yuki no kakera yasashiku sotto nadete



„Pure Snow Pitch!“ riefen sie, als sie ihren Song beendet hatten. Das böse Wesen schien es nicht mehr auszuhalten. „Ihr verdammten Meerjungfrauen! Ich werde euch schon noch kriegen!“ rief sie sauer ehe sie verschwand. Kimiko und Akiza sahen sich an, ehe sie loslächelte. Sie hatten es geschafft! Gemeinsam!

Ein wenig später saßen die Beiden an einer Klippe und sahen auf das weite Meer hinaus. „Weißt du Akiza… Vorhin, als du in Gefahr warst. Da war so eine Stimme, welche mir sagte, ich solle singen.“ Akiza blickte zu ihrer Freundin und lächelte leicht. „Das war Umi! Sie hat dir deinen Weg gezeigt. So war es damals bei mir auch.“ Kimiko lächelte leicht, es war wohl wirklich so, und es tat ihr auch gut, dass sie das nun wusste. Umi hatte sie also wirklich für etwas Bestimmtes erschaffen. „Aber…“ murmelte sie dann. „Was war dieses Wesen, und warum waren sie auf uns aus?“ Akiza seufzte nur. „Wenn ich das wüsste.“

Sie merkten nicht, wie sie von weitem von einer Gestalt beobachtet wurden. „Türkise Prinzessin… und weiße Prinzessin also…“ murmelte sie, ehe sie in der Nacht verschwand.