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Kapitel 12 - Schuldgefühle


„Also, dann. Ich muss wieder gehen…“ meinte Kimiko schweren Herzens zu ihrem Freund. Touma sah sie bedrückt an. Er wollte nicht, dass sie schon wieder ging. Er nahm sanft ihre Hand. „Bitte… bleib da. Ich mache mir Sorgen um dich.“ Kimiko sah an seinem Blick, dass er ernst war, aber sie konnte einfach nicht. Wenn sie bei ihm blieb, würden die Lunatics vielleicht ihre Treue anzweifeln, außerdem wollte sie Touma nicht in Gefahr bringen, er sollte nichts von dem Krieg zwischen den Meereswesen mitbekommen. Er sollte da einfach nicht mit rein gezogen werden, auch wenn es ihr Leid tat, ihn damit alleine zu lassen und ihn anzulügen. Sanft löste sie sich von ihm. „Touma, es geht einfach nicht, bitte verzeih mir…“ Er packte sie sanft an den Schultern und sah sie flehend an. Er musste wissen wieso, es zerfraß ihn, dass er ihr nicht helfen konnte. Kimiko merkte das, sie wollte ihn nicht so verletzen. Sie holte etwas Luft. „Hör mal… ich kann dir nicht genau sagen, warum ich nicht wieder komme, aber es hat mit Akiza, Rina und den anderen zu tun.“, sagte sie sanft. Toumas Blick wurde nur verwundert. Was hatten denn Kimikos Freundinnen damit zu tun? Er würde es noch herausfinden! Bedrückt sah er zu wie Kimiko am Ende der Straße verschwand. Wann er sie wohl das nächste Mal sehen würde? Sein Blick wurde ernster. Er würde sich sofort auf die Suche nach Kimikos sogenannten Freundinnen machen und sie zur Rede stellen. Er wollte wissen was los ist, und er würde es herausfinden!



In der Schule läutete gerade die Glocke den Pausenbeginn ein und Touma erhob sich von seinem Platz. Sein Blick ging zu Rinas Tisch, Akiza war schon mit Seiya aus der Klasse verschwunden, also musste sie her halten. Er wollte endlich wissen, was hier los war, warum seine Freundin flüchten musste und ihn nur so kurz besuchen konnte! Er erhob sich und ging zu Rinas Tisch, sein Blick war kalt. „Können wir reden?“ fragte er ernst aber Rina willigte gleich ein. Sie dachte sich, dass er sicher nur nach Kimiko fragen wollte, wie Tage zuvor im Hotel. Zusammen gingen sie auf das Dach, wo sie alleine waren. Touma baute sich vor der jungen Dame auf und verschränkte die Arme. „Was habt ihr mit Kimiko gemacht? Warum will sie nicht in der Stadt bleiben und sagt mir, es liegt an euch!?“ fragte er sauer und laut. Rina blickte den anderen verwundert an. Er hatte mit Kimiko geredet? Wann? Eigentlich wollte sie das fragen, aber Touma ließ es nicht dazu kommen. „Jetzt hör mir mal gut zu, du und deine Freundinnen, ihr werdet Kimiko von nun an in Ruhe lassen. Wenn ihr ihr noch einmal zu nahe kommt, dann gnade euch Gott!“ Mit diesen Worten verschwand der Blondling auch schon wieder und Rina sah ihm nur verwirrt nach. „Was… war das?“ fragte sie sich selbst. Sie kannte den Blonden nicht so, aber was noch wichtiger war… Was hatte Kimiko ihm erzählt? Aber… Er hatte schon Recht, wäre sie Kimiko fern geblieben, oder hätte sie diese Worte nie in den Mund genommen… dann wäre Kimiko vielleicht noch bei ihnen. Sie fasste einen Plan, nach der Schule würde sie sich selbst auf die Suche nach Kimiko machen und versuchen das Ganze zu klären. Es war ihre Schuld, sie musste das wieder gerade biegen!



Nach dem Unterricht saß Rina am Meer und blickte in das kühle Nass. Wo sollte sie nur anfangen zu suchen. Und wer sagte ihr nicht, dass nicht ein anderer Lunatic anstatt Kimiko kommen würde? Sie schüttelte den Kopf. „Nein Rina! Nicht negativ denken, du packst das ganze schon!“ Sagte sie sich selbst, dennoch… irgendwie konnte sie sich selbst gerade nicht glauben. Was war nur los mit ihr? „Entschuldigung. Ist alles okay bei dir?“ Rina blickte auf. Neben ihr stand ein junger Mann mit Brille, welcher sie sanft ansah. „Ähm… ja…“ antwortete sie verwirrt. Der junge Mann setzte sich neben sie. „Du wirkst bedrückt. Hier.“ Er reichte ihr eine kleine Tafel Schokolade. „Mir hilft Schokolade immer, wenn ich deprimiert bin.“ sagte er sanft. Noch etwas verwirrt nahm Rina ein Stück von der Schokolade und aß sie. Wer war dieser Junge? Warum war er so nett zu ihr? „Ich bin Misuto Akagi, und du?“ kam ihr der Violetthaarige. „Ich… also… Rina… Rina Naikawa…“ murmelte die blaue Prinzessin verwirrt. Warum war dieser Junge so nett zu ihr. Und… warum störte es sie nicht? Ihr Blick ging erneut zu ihm. „Ich… also… danke für die Schokolade… Ich…“ Sie wusste nicht so recht, was sie sagen sollte, immerhin kannte sie den Jungen doch gar nicht. Sie seufzte erneut etwas. So kannte sie sich nicht, sie war doch sonst nicht so schüchtern… Warum gerade jetzt? Hatte dieser Mann sie verzaubert? War er ein Lunatic? Sie wusste einfach nicht, ob sie ihm trauen konnte.



One day in the rain, One day in the shine
nagareru omoi yo kienaide
watashitachi wa onaji basho de ashita wo miteta
One day in the rain, One day in the shine
afureru omoi wo dakishime
watashitachi no michi wa tsuzuku tsuzuite hirogaru... yume


Rina schrak auf als sie diese Stimme vernahm. Es war eine der Lunatics, das war klar. Sie spürte ein leichtes Stechen in den Ohren. Sofort sprang sie auf. „Tut mir Leid, Akagi-kun aber ich muss los!“ Mit diesen Worten verschwand sie auch schon an eine Stelle des Meereszuganges, welche geschützt war, und verwandelte sich. Sofort machte sie sich auf die Suche nach der Quelle des Gesanges und fand sie auch recht schnell. Wie gedacht, es war Kira. Rina machte sich bereit und setzte ihr Lied an.

Tsukikage ni saku kano hana wa
Kegarenaki yuki no you ni
Anata ni tsumoru kono omoi
Muku na shizuku ni michita masshiro no hana




Kira hielt sich sofort die Ohren und erblickte die blaue Prinzessin. Sauer fauchte sie die Meerjungfrau an. „Was soll das, hör auf! Du dumme Meerjungfrau! Ich hasse dich! Du verdammte Hexe!“ schrie sie sauer und verschwand auch schon wieder. Rina sah ihr verwirrt nach. Das ging schnell… oder… lag es daran, dass sich ihr Lied heute stärker anfühlte? Sie wusste nicht warum aber… sie glaubte so könnte es sein, ja! „Rina, ich bin stolz auf dich“ ertönte eine Stimme und Rina blickte auf. Vor ihr war ein Hologramm der Meeresgöttin Umi. „Umi! Warum? Ich… es ist meine Schuld, dass Kimiko zu den Lunatics gehört! Du hast keinen Grund stolz auf mich zu sein!“ Umi lächelte leicht. „Es ist wahr, dass ein kleines Missverständnis Kimiko zu der dunklen Seite getrieben hat, doch ist ihr Herz noch nicht ganz verloren. Warum ich aber stolz bin, ist, dass du dein Herz einem Menschen geöffnet hast.“ sagte die Göttin sanft. Rina blickte sie verwirrt an. Was meinte sie damit? „Du wirst es noch verstehen, glaube mir.“ Mit diesen Worten löste sich die Göttin der Meere auch schon wieder auf. Rina blieb nur stehen und sah ihr weiterhin verwirrt nach. Sie wollte diese Worte verstehen, aber… im Moment konnte sie das einfach nicht.

Betrübt stand Touma am Strand und blickte zum Mond, welches sich im Wasser spiegelte. Er machte sich Sorgen um Kimiko, er hatte versucht, sie zu erreichen, aber sie wollte einfach nicht ran gehen. „Was ist nur los… Kimiko…“ murmelte er leise, doch stockte er, als eine Stimme hörte, wie sie ein wunderschönes Lied sang.

Setsunasa ga kobore ochiru
Satte yuku anata no senaka ni "sayonara"
Yukiba no nai samayou kokoro
Rikaku ni dakare


Aus dem Wasser erhob sich auf einmal eine Gestalt und Touma weitete die Augen. Es war eine Meerjungfrau mit weißer Flosse und langen weißen Haaren. Er blieb wie versteinert stehen und sah ihr nur zu, wie sie wieder ins Wasser glitt. Hatte er gerade eben halluziniert? Nein, vor ihm tauchte die junge Meerjungfrau wieder aus dem Wasser auf. Sie lächelte ihn sanft an, gab ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand in den Tiefen der See. Touma fasste sich an die Wange. Was war nur los? Er verstand die ganze Welt nicht mehr…