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Kapitel 14 - Schocknachricht


Kyoko war gerade mit Shiro unterwegs. Dieser nette Mensch war ihr zufällig wieder begegnet, als Kyoko verloren am Strand spazierte, genauso wie Seiyas Vater. Die Ablenkung tat ihr gut, denn ihre Gedanken hingen die ganze Zeit an ihrer kleinen Schwester Kimiko, welche sich immer noch in den Fängen der Lunatics befand. Shiro kannte die Schwarzhaarige nicht gut, doch merkte er, dass ihr etwas sehr am Herzen lage. Vorsichtig tastete er sich heran, denn er hatte eine Vermutung, worum sich Kyokos Gedanken gerade drehten. "Ist es wegen deiner kleinen Schwester, Kyoko-san?" fragte er ruhig. Die Schwarzhaarige nickte nur als Antwort. Sah man es ihr wirklich so an, wie sehr sie das mitnahm? Warum eigentlich? Bis vor einem Monat war ihr ihre Schwester noch mehr oder weniger egal gewesen, doch... als sie gesehen hatte, wie sehr sich diese süße, kleine Meerjungfrau von damals verändert hatte, konnte sie nicht anders als Geschwisterliebe zu fühlen. Sie waren eben doch verbunden, auch wenn Kimiko damals verbannt worden war. Die schwarze Prinzessin seufzte etwas und blickte zu Shiro. "Ich... will sie einfach wieder haben. Ich war ihr ihr ganzes Leben lang eine schlechte Schwester, ich war nie für sie da... Aber... nun will ich es! Ich will sie unterstützen! Ich will ihr helfen... Nur... muss sie dafür erst einmal zurückkommen..." Es tat gut, sich das endlich von der Leber zu reden, denn den anderen Meerjungfrauen hatte sie davon nichts erzählt. Sie wollte nicht schwach wirken. Vorallem wusste sie aber, dass es ihre eigene Schuld war, dass Kimiko nicht auf sie hörte, und sie eigentlich auch kein Recht hatte sich zu sorgen, so wie sie mit ihr umgegangen war. Shiro legte Kyoko sanft eine Hand auf die Schulter, denn diese hatte, ohne dass sie selbst etwas davon mitbekommen hatte, zu weinen begonnen. Er kannte Kyoko nicht lange, doch er wusste, wie es war, jemanden den man liebte zu verlieren. Sicher, seine Frau war schon etwas anderes gewesen als Kyokos kleine Schwester, aber dennoch, er konnte ihre Schmerzen nachvollziehen. Als die Tränen immer mehr wurden, legte er sanft seine Arme um die schwarze Meerjungfrau und streichelte ihren Rücken. Er konnte leider nicht mehr tun, als für sie da zu sein.



Akiza und Rina waren gerade auf dem Weg zur Schule, während Kyoko sich bei Shiro ausweinte. Akiza seufzte etwas, denn Seiya hatte sie eingeladen, wollte aber nicht sagen worum es ging. Rina schien das aber recht herzlich wenig zu interessieren, denn ihre Gedanken hingen ganz wo anders. Natürlich blieb dies aber nicht lange vor Akiza geheim. Sie grinste schelmisch. "Rina ist verliebt" trällerte die türkishaarige vor sich hin, was die schwarzblauhaarige junge Dame unweigerlich dazu brachte, rot zu werden. "Halt die Klappe! Ich bin nicht verliebt!" murrte sie. Sie wollte nichts mit Menschen zu tun haben! Selbst wenn Misuto wirklich nett und ein guter Musiker war, er war immer noch ein Mensch! Rina wollte nicht zu viel mit Menschen zu tun haben, es reichte ihr schon, dass sie im Moment an Land leben musste. Okay, sie musste nicht, aber es war einfach besser so, wenn alle Meerjungfrauenprinzessinnen zusammen lebten. Akiza grinste weiter nur vor sich hin. "Ach, gib es doch zu! Du warst doch auch auf dem Konzert, nicht wahr? Wie war es so? Sag schon, sag schon!" Rina seufzte erneut genervt. „Es war wie ein Konzert eben und nun sei still!“ Mit diesen Worten verschwand Rina auch schon in die Klasse und auf ihren Platz. Akiza seufzte etwas. Rina schien wohl echt nicht über dieses Thema reden zu wollen… Egal! Sie hatte nun auch an was anderes zu denken! Nämlich an Seiya! Sie hatten heute wieder ein Date, und sie freute sich schon riesig darauf. Er hatte sie nämlich zum Essen eingeladen, und Akiza wusste noch gar nicht, was sie anziehen wollte!!!



„Kana… Yami hat uns hintergangen und Shitai war einfach nur unfähig. Es wird Zeit für ein Erfolgserlebnis, haben wir uns da verstanden?“ murrte der König der Lunatics von seinem Trohn. Ihm schmeckte es gar nicht, dass sein Plan nicht voran schritt, und das nur wegen seiner unfähigen Gefolgschaft. Kana baute sich vor ihm auf, breitete ihre Flügel aus und lächelte. „Keine Sorge Meister, ich werde dir eine Meerjungfrau bringen, und wenn nicht, dann wenigstens ihre Perle!“ meinte die Schmetterlingsfrau. Es war ja schön und gut, dass sie so selbstsicher war, doch Kurogane vertraute dem ganzen nicht. Bis jetzt hatte jeder große Worte gesprochen, aber Taten waren noch nicht gefolgt! Und er war es leid, so lange zu warten. Vielleicht sollte er nun selbst die Sache in die Hand nehmen? „Gut, Kana. Enttäusche mich nicht, verstanden?“ Die Frau verbeugte sich nur noch kurz und machte ich dann auch schon auf den Weg an Land. Kiroi hatte ihr gezeigt, was die Schwäche der türkisen Prinzessin war, und das würde sie nun ausnutzen um sich die Meerjungfrau zu schnappen! Sie musste nur den Jungen finden.



Dieser Junge, nämlich Seiya, war gerade mit Akiza unterwegs. Sie hatten ja immerhin ein Date. Sie waren eben Essen gewesen. Akiza schmiegte sich an ihren Freund an und lächelte glücklich. Es war einfach ein perfekter Tag gewesen! Seiya lachte leicht. „Du bist wirklich glücklich, was Akiza?“ fragte er sanft. Akizas Antwort war kurz aber verfehlte ihr Ziel so gar nicht, sie küsste ihn einfach sanft auf die Wange. Der Junge konnte nicht anders als rot zu werden und verlegen zu kichern. Irgendwie war das süß. „Hab ich dich!“ Akiza und Seiya blickten auf, als sie sich angesprochen fühlten. Die Meerjungfrau zuckte zusammen. Oh, nein! Das war Kana! Die Schmetterlingsfrau lachte nur und schwang ihren Fächer. Sofort wurden Akiza und Seiya gegen die nächste Wand geschleudert. Seiya verlor sofort das Bewusstsein. Sauer sah die Türkise zu ihrer Feindin. Wie konnte sie es nur wagen, ihren Süßen zu verletzen! „Turquoise Pearl Voice!“ Sie verwandelte sich in ihre Idolform und machte sich auch gleich bereit zu kämpfen. Sie setzte das Mikrofon an und lies ihre Stimme erklingen.



Itsumademo kono mama de itai ne
Zutto zutto issho ni iraretara ii ne
Genki na modottekite yokatta
Futari de ganbatte kita yo ne
Demo sore mo owari


Kana fauchte sauer und versuchte, Akiza mit ihrem Fächer davon abzuhalten, zu singen, doch das Lied hatte eine Art Schutzschild um die Prinzessin gebaut. Sie sang ihr wunderschönes Lied weiter, bis Kana nichts anderes übrig blieb als zu fliehen. Es tat ihr Leid, doch sie hatte Kurogane-sama schon wieder enttäuscht! Akiza lief sofort zu Seiya, besorgt hob sie seinen Kopf und bettete ihn auf ihrem Schoß. „Seiya! Wach auf!“ Langsam öffneten sich die Augen des jungen Mannes und er blickte Akiza verwirrt an. „Wer… sind sie?“ Akiza weitete die Augen. „Aber ich bin…“ Erst jetzt merkte sie, dass sie sich noch gar nicht zurück verwandelt hatte! Nervös versuchte die junge Dame sich eine Ausrede einfallen zu lassen. „Ich bin… Ich bin eine Kämpferin für die Liebe!“ sagte sie einfach nur. Seiya hob eine Augenbraue. „Ach so, du cosplayst so eine Art Sailor Moon, richtig?“ Akiza seufzte. Das war es nicht, aber es war wohl besser so, wenn er es nicht wusste.

Im Schloss der Lunatics schritt Kimiko gerade durch die Gänge. Sie kannte sie mittlerweile in und auswendig, aber eines gab es, was sie bis heute nicht gesehen hatte. Das Verlies! Deswegen nutzte sie die Chance, dass Kiroi sie heute mal nicht beobachtet und machte sich auf den Weg hinunter in den dunklen Raum. Sie sah sich um und ihr blick viel gleich in das erste Verlies, wo eine kleine weiße Meerjungfrau saß und seufzte. „Yumi?“ fragte sie und ging zu den Gittern. Die Meerjungfrau blickte auf, und als Kimiko vor ihr stand, war sie glücklich. „Mama!“ Geschockt weitete Kimiko ihre Augen. Hatte Yumi sie da gerade ihre Mutter genannt?