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Kapitel 19 - Gefährliches Spiel


Bedrückt sahen sich die 8 Meerjungfrauen an. Die Luft war so dick, man konnte sie schon fast mit einem Messer zerscheiden. Kimiko war die Erste, welche das Schweigen brach. „Leute… seid ihr euch wirklich sicher? Ich weiß, mein Plan ist riskant und ich verstehe, wenn ihr mich nicht begleiten wollt…“ Akiza lächelte auf einmal breit. „Na klar sind wir sicher! Wir sind alle Meerjungfrauenprinzessinnen! Es ist unsere Aufgabe, das Meer zu beschützen. Wenn wir kämpfen, dann zusammen!“ Rina nickte zustimmend. „Akiza hat recht. Es ist unser aller Bürde, nicht nur deine.“ Kimiko war fast schon zu Tränen gerührt! Als sie bemerkt hatte, wie Kiroi immer wieder in seinen Träumen von Kurogane gequält wurde und auch, als sie erfuhr, dass Akaris Reich angegriffen worden war, wurde sie immer entschlossener, das ein für allemal zu beenden. Erneut blickten die Acht sich ernst an. Es war also beschlossen! Sie würden gehen. „Dann…“ Kyoko fing an zu sprechen und sofort lagen alle Augen auf ihr. „Sollten wir den heutigen Tag dazu nutzen, uns zu verabschieden…“, murmelte sie leise. Niemand wusste, ob sie den Kampf gewinnen würden, deswegen wollte sie ihren letzten Tag an Land mit Shiro-san verbringen. Die anderen Meerjungfrauen schienen auch zu verstehen. Kimiko seufzte etwas. „Gut… wir treffen uns morgen Früh in der Bucht…“ Einheitlich nickten alle und machten sich auf den Weg.

„Was hast du Kyoko-san? Du siehst so bedrückt aus!“, fragte Shiro seine gute Freundin. Diese sah nur zu Boden. „Ich… werde ab Morgen einige Zeit nicht in der Stadt sein…“ Verwundert weitete der Lehrer die Augen. „Was, aber warum?“ Kyoko seufzte. „Ich… muss eine Auslandsarbeit erledigen… Ich weiß nicht, wann ich zurück komme…“ Shiro war schon etwas betrübt, immerhin war Kyoko in der kurzen Zeit, welche sie sich kannten, zu einer sehr engen Freundin geworden. Es schmerzte ihn schon, dass er sie nun nicht sehen und um Rat fragen konnte. „Shiro-san? Können wir meinen letzten Tag in dieser Stadt zusammen verbringen?“ fragte die schwarze Prinzessin schüchtern. Shiro lächelte sanft und nickte zustimmend.

Nicht weit von ihnen saßen Akiza und Seiya gerade in einem Café und aßen einen Eisbecher zusammen. „Sag mal, Akiza-chan! Warum hast du mich eingeladen?“ fragte der junge Schüler. Akiza wurde leicht rot. „Na ja… weißt du…“ Oh mann! Sie hatte sich noch keine Ausrede überlegt! „Kimiko, Rina und ich sind in einem Schüler-Austausch-Programm! Wir fliegen morgen Früh und kommen erst in Monaten wieder!“ Ja, das war gerade das Beste was ihr einfiel… Ob Seiya ihr das glaubte? Sie hoffte es doch, sie wusste sonst nicht, was sie ihm sagen sollte… „Ach so! Warum hast du mir das nicht vorher gesagt?“ fragte der Blauhaarige etwas enttäuscht. „Na ja, wir wurden erst abgelehnt… aber gestern kam dann der Anruf, dass wir doch fliegen können, da die anderen Auserwählten abgelehnt haben oder… so…“ Oh je, wo hatte sie sich da nur rein geritten? Aber… Seiya schien ihr ja zu glauben und das war gut! „Nun, wenn heute dein letzter Tag hier ist, dann gehen wir doch zum Karaoke! Das magst du doch so sehr!“ Akiza stiegen sofort die Tränen in die Augen. Seiya sah sie verwirrt an. „Was ist passiert? Hab ich was Falsches gesagt?“ fragte der Junge seine Freundin. Die Meerjungfrau schüttelte sofort ihren Kopf. „Nein… ich bin nur so glücklich!“ Als ob sie ihren Worten noch mehr Kraft verleihen wollte, umarmte sie ihren Liebsten stürmisch.

„Misuto-san?“ Der Sänger blickte verwundert auf, als er Rinas Stimme hörte. Sie nahm doch sonst nie von sich aus Kontakt zu ihm auf! Die blaue Meerjungfrau sah betrübt aus, das merkte Misuto sofort. „Was ist los? Ist etwas passiert?“ fragte er besorgt und ging auf die junge Dame zu. Diese Schüttelte nur ihren Kopf. „Bitte… frag nicht… verbringe einfach etwas Zeit mit mir!“ Misuto blickte verwirrt zu der Meerjungfrau. Er kannte sie schon so, er hatte sie kennen gelernt, als sie diesen Blick hatte, doch warum nur war sie nun traurig? Es schien in letzter Zeit doch alles in Ordnung gewesen zu sein. „Na schön, Rina-san… Warte kurz, ich ziehe mich um, und dann gehen wir etwas spazieren.“ Rina nickte nur. Als der junge Mann im anderen Zimmer war, biss sich die blaue Prinzessin auf die Lippen. Sie hasste dieses Gefühl, welches sie gerade hatte. Genau deswegen hatte sie sich nie verlieben wollen! Liebe schmerzte und machte schwach. Sie hasste es, und dennoch… Sie war froh, dass sie Misuto kennen gelernt hatte, dass sie diese Emotion hatte einmal fühlen dürfen. Wenn sie es schaffen würden, wenn sie gewinnen würden, würde sie Misuto offiziell zu einem Date einladen. Das nahm sie sich selbst vor. Sie durfte nicht aufgeben! Sie durfte nicht sterben! Für ihr Reich und für Misuto!



Am nächsten Morgen trafen sich die 8 Prinzessinnen, wie versprochen, in der Bucht. Aber es würden nur 7 von ihnen aufbrechen. Kimiko hatte beschlossen, dass es für Yumi sicherer war, bei Kiroi zu bleiben. Außerdem hoffte sie, dass Yumi ihn etwas ablenken konnte, damit er sie nicht verfolgte und ihnen noch helfen wollte. Er war immer noch angeschlagen von seiner Gefangenschaft. Yumi umarmte ihre Mutter besorgt. „Mama! Pass auf dich auf! Und komm bald wieder! Ich weiß nicht, wie lange ich Papa hinhalten kann!“ Kimiko lächelte sanft und streichelte der jungen Prinzessin durch ihr Haar. „Wir passen schon auf. Ich habe für dich und Papa für 3 Tage vorgekocht, danach musst du vielleicht etwas bestellen, wenn wir noch nicht zurück sind.“ Yumi nickte zuversichtlich. Sie wusste, dass ihre Mama stark war, sie würde gewinnen! Sie winkte den Prinzessinnen noch nach ehe sie sich auf nach Hause machte. Sie musste immerhin nun ihre Mutter vertreten!

Unterwasser blickte Kimiko noch mal ernst zu ihren Gefährtinnen. „Noch könnt ihr umkehren, seid ihr euch sicher?“, fragte die weiße Prinzessin. Alle nickten einstimmig. Nun gab es kein zurück mehr. Sofort machten sie sich alle auf in den Weg zum Schloss von Kurogane. „Da vorne ist es!“ rief Kimiko zuversichtlich. „Na, na! Wen haben wir denn da? Die Verräterin und die Gefangene~“ Sofort blieben die Meerjungfrauen geschockt stehen. Vor ihnen waren Luna und Stella! Woher wussten sie, dass sie kommen würden? Verdammt. „Los Mädels! White Pearl…!“ Kimiko wollte sich gerade verwandeln, doch konnte sie sich nicht mehr rühren oder sprechen. Sie wurde von einem riesen Seetang festgehalten. „Nun, ihr wisst genau, wir können euch nicht durch lassen. Also~ sterbt!“ Man hörte die Melodie der Dunkelheit erklingen und die beiden Schwestern stimmten in ihr Lied ein.

dakiyosete hoshii tashikamete hoshii
machigai nado nai n da to omowasete
kisu o shite nurikaete hoshii
miwaku no toki ni yoishire oborete itai no


Als Kimiko ihre Augen öffnete war sie plötzlich nicht mehr vor Kuroganes Schloss… sie war darin! Verwirrt blickte sie sich um. Luna und Stella hatten sie doch gerade noch angegriffen… Warum also…? Sie schwamm etwas durch den Gang auf der Suche nach ihren Freundinnen, als sie in einem der vielen Spiegel etwas bemerkte. „W… was hab ich denn an?“ fragte sie verwirrt. Sie trug ein wunderschönes Meerjungfrauenkleid, nein, es war ein Zeremonienkleid. Aber wofür? „Kimiko!“ Die Prinzessin wand sich sofort zu der Stimme. „Akiza! Rina!“ Wie glücklich sie doch war, ihre beiden Freundinnen zu sehen! „Wo sind die Anderen?“ fragte die weiße Prinzessin. Rina seufzte etwas. „Wir wissen es nicht. Akiza und ich sind im selben Raum aufgewacht, wir haben bisher nur dich gefunden… Was trägst du da überhaupt?“ fragte die blaue Prinzessin und Kimiko schüttelte nur den Kopf. „Ich hab keinen Plan. Aber wichtiger ist…“ Sie sah ernst den Gang hinunter.



„Wir sind kurz vor Kuroganes Thronsaal, wenn ich mich richtig erinnere…“ „Das seid ihr tatsächlich!“ Sofort erschauerten die drei Meerjungfrauen. Diese Stimme! Das war… „Kurogane!“ fauchte Kimiko sauer. „Hey! Ignorier mich nicht!“ Neben dem Herrscher der Dunkelheit stand Fukasa und blies beleidigt die Backen auf. „Schön, dass du uns so entgegen kommst! Wir werden dich vernichten!“ fauchte Rina und wollte sich gerade verwandeln, als Fukasa sie mit ihrem Lied ausbremste.

L’inzio!
Yurikago yurasu ikazuchi
Mezame ni sawagu kodou no Choir
Muma no temaneki himitsu no SOPURANO ga
Hoo o some agete
Violenza


Durch die Druckwelle des Liedes wurden Rina und Akiza gegen die nächste Mauer geschleudert und verloren das Bewusstsein. Besorgt sah Kimiko zu ihren Freundinnen. Das war nur ihre Schuld! Wegen ihrer dummen Idee waren sie nun hier. Wegen ihrer dummen Idee würde Kurogane sie nun alle umbringen! Verzweifelt biss sie sich auf die Lippe. „Na, na. Nicht so traurig~“ Kimiko blickte auf und sah ihn die kalten, roten Augen von Kurogane. Sie wich sofort etwas zurück. Wie konnte sie nur alleine gegen ihn bestehen? Das war doch unmöglich. „Keine Sorge, verfluchte Prinzessin~ Ich werde dir ein Schlaflied singen, welches dich in einen endlosen Schlaf befördert. Kimiko kniff verzweifelt die Augen zusammen, ihre letzten Gedanken galten Kiroi und Yumi.



Außerhalb des Schlosses hatten Akari, Mizuna und Naomi gerade selbst viel zu tun. Im Gegensatz zu den Anderen waren sie immer noch mit Luna und Stella beschäftigt, welches sich als ziemlich zäh herausstellten. Waren sie immer schon so stark gewesen? Sie durften nicht aufgeben. „Wir müssen singen!“, schrie Akari ihren Freundinnen zu. Mizuna seufzte. „Wissen wir! Aber ihr Lied übertönt unseres immer wieder.“ „Wir dürfen nicht aufgeben!“, rief Naomi. Erneut sang sie laut den Refrain ihres Liedes.

watashi wa dare desho? shiritaku natta deshou?
naraba koi kamo
watashi no naka ni wa himitsu ga aru to shite
sore wo kimi wa dou suru no
It's soldier game
mata aeta toki kikou kana


Luna lachte nur auf. „Glaubst du wirklich, dass uns das Angst macht? Dein Lied kann uns gar nichts!“ Sauer knurrte Naomi. Sie hatte ihr Bestes gegeben, als sie eben gesungen hatte. Warum half es denn nichts? Mizuna legte Naomi eine Hand auf die Schulter. „Wir versuchen es noch mal zusammen! Kommt schon!“ Naomi schloss die Augen. „Umi sagte immer, wir Meerjungfrauen sind nur so stark wie unsere Liebe“ Als sie ihre violetten Augen öffnete, war ihr Blick ernster als je zuvor. Sie spürte die Kraft, welche in sich aufkeimte. Sie musste nur daran denken, wie sie Yami beschützte, wenn sie nun kämpfte. „Gegen unser Konzert habt ihr keine Chance!“

Cutie Panther watashi doko demo iku yo
kimi no kimi no kokoro nusunde miseru yo
Cutie Panther watashi doko demo iku yo
kimi no kimi no kokoro wo hanasanai




Zurück im Schloss versuchte Kimiko immer noch, gegen Kurogane zu bestehen. Verzweifelt versuchte sie, all ihre Kraft zu bündeln. Sie musste singen! Doch… sie konnte sich nicht verwandeln, so lange Kurogane sein Lied sang. Es lähmte ihren ganzen Körper, machte sie kampfunfähig. So sollte das hier nicht enden! Sie wollte doch ihre Familie beschützen! Wenn Kurogane nun gewann, würde er das Land vernichten um darüber zu herrschen. So viele unschuldige würden sterben! Menschen, Tiere. Was sollte sie nur machen. „Kiroi…“ flüsterte sei leise als ihr immer schwärzer vor Augen wurde.

99 NAITSU
HAROO & GUBBAI kurikaeshiteta
Aimai na tarinai kotoba yaritori shite wa
Naitari warattari surechigattari
Chikazuku asa minai furi shite


Kimiko blickte auf. Diese Stimme! Das war doch… „Yumi…“ murmelte sie, ehe ihre letzte Kraft sie verlies und sie nach Hinten kippte. Doch sie landete nicht am Boden, jemand hatte sie aufgefangen. „Kimiko!“ Doch die Meerjungfrau reagierte nicht. „Na sieh einer an, ist heute ein Verrätertreffen?“ fragte Kurogane höhnisch. Sauer fauchte sein Gegenüber ihn an. „Halt deinen Mund Bruder!“ Kiroi drückte Kimiko mehr an sich. Sie hatten keine Chance, wenn sie jetzt kämpften. Nicht mal er war stark genug, seinen Bruder zu vernichten. „Yumi! Nimm Rina und Akiza. Wir verschwinden!“ meinte er ernst und teleportierte sie zurück an Land. Akari, Naomi und Mizuna warteten bereits. Kiroi hatte sie vorhin schon zurück gebracht, nachdem sie Luna und Stella besiegt hatten. Besorgt rüttelte der ehemalige Prinz der Lunatics an seiner Freundin. „Kimiko! Wach auf, Kimiko!“ Doch die Meerjungfrau regte sich auch weiterhin nicht.