Shoutbox



Kapitel 4 - Ein etwas anderes Date


„Verrate mir sofort, wo deine Perle ist!“ tönte Kuroganes wütende Stimme durch den Raum, doch die kleine Yumi ließ sich davon nicht einschüchtern. „Vergiss es, Kurogane! Ich werde es dir nie sagen!“ meinte sie ernst. Sie hatte eigentlich Angst, riesige Angst, aber sie musste stark sein. Ihr Vater hatte immer gesagt, man dürfe niemanden zeigen, wenn man schwach war, weil der Feind das nur zu seinem Vorteil ausnutzen würde. „Na, warte! Du freches Gör! Blast from Hell!“ Schmerzverzerrt schrie die junge Meerjungfrau auf und ging zu Boden. „Wir können dieses Spiel gerne noch weiter spielen! Also, sag mir, wo sie ist!“ Yumi blickte auf. „I… ich werde es dir nie ver…verraten!“ „Gut, ich brauche dich nicht, ich brauche nur deine Perle. Also kann ich dich genauso gut beseitigen!“ Die weiße Meerjungfrau kniff verängstigt ihre Augen zusammen und wartete auf den nächsten Angriff, doch er kam nicht. „Kurogane-sama!“ Der Schwarzhaarige drehte sich um und sah genervt zu seinem Diener Yami, welcher aus dem Schatten trat. „Euer Bruder Kiroi wünscht euch zu sprechen.“ Kurogane seufzte etwas und sah wieder zu der kleinen Meerjungfrau. „Da hast du heute nochmal Glück gehabt, morgen werde ich mit dir nicht so gnädig sein!“ Mit diesen Worten verschwanden der Mann und sein Diener aus dem Raus. Nun, wo sie endlich weg waren ließ Yumi ihren ganzen Gefühlen freien Lauf. Sie fing sofort an zu weinen und kauerte sich zusammen. „Weine nicht, kleine Meerjungfrau. Die anderen Prinzessinnen werden uns sicher retten.“ Yumi blickte auf und sah in die Zelle neben ihr, aus welcher die Stimme gekommen war. Dort blickte sie in zwei smaragdgrüne Augen. „Ich heiße Mizuna, und du heißt Yumi richtig?“ Yumi sah die Meerjungfrau in der anderen Zelle an. Sie hatte ihre Kette nicht um. „Hat Kurogane dir deine Perlenkette gestohlen?“ fragte die kleine Meerjungfrau und Mizuna nickte als Antwort. „Ja, aber glaube mir. Nach uns wird gesucht, na ja zumindest nach mir. Akari sucht mich sicher schon. Wir werden frei sein, hab nur Gelduld und versuche Kurogane zu ertragen.“, meinte sie sanft. Yumi nickte schüchtern darauf.

In der Stadt machten es sich Akari, Akiza und Kimiko in dem Zimmer der Letzteren gerade bequem. Akiza saß vor dem Fernseher und sah sich eine Musiksendung an, während Kimiko und Akari sich unterhielten. „Was meinst du damit, du hast im Schlaf eine Stimme gehört?“ fragte die Rothaarige Kimiko. Kimiko seufzte etwas. „Ich weiß nicht genau, warum das passiert ist, aber ich glaube das liegt an der Perle die ich gefunden habe…“ murmelte das Mädchen mit den lila Augen und sah auf ihren Schreibtisch. Dort hatte sie die Perle in der Schatulle verstaut, in welcher bis vor kurzem noch ihre eigene Perle geruht hatte. „Vielleicht versucht ja die Besitzerin der Perle mit mir Kontakt aufzunehmen. Sie flehte immer wieder: „Finde mich, bitte!“.“, erklärte Kimiko. Akari legte denkend eine Hand an ihr Kinn. „Vielleicht hast du Recht. Es kann sein, dass sie wie Mizuna vielleicht in den Fängen von Kurogane ist… nur, wo ist die Frage.“ Es war doch wirklich zum Verzweifeln… Sie hatten keinerlei Hinweise oder sonstiges… Wie sollten sie es so nur schaffen, die Feine zu besiegen? „Hey, seht mal Leute!“ hörten Kimiko und Akari auf einmal Akiza rufen. Sie sahen zur Türkishaarigen, welche auf den Bildschirm deutete. Was es da wohl zu sehen gab? Kimiko erhob sich und hockte sich neben ihre Freundin, ihr Blick lag auf dem TV. Es lief ein Trailer zu einem neuen Horrorfilm, welchen Kimiko schon sehen wollte, als vor einem Jahr das erste Preview rauskam. „Endlich! Er ist endlich im Kino!!!“ Akiza lächelte. „Ja, toll, nicht wahr? Wollen wir ihn uns nicht ansehen?“ Kimiko wollte gerade antworten, als ihr Handy klingelte. Sie sah auf das Display, und als Toumas Name aufleuchtete, musste die Meerjungfrau sofort abheben!



„Touma! Was gibt es?“ fragte sie fröhlich. Die Stimme am anderen Ende des Telefons antwortete ihr auch gleich: „Ich wollte dich fragen, ob du nicht Lust hast, mit mir ins Kino zu gehen. Dieser neue Film, den wolltest du doch sehen, nicht wahr?“ fragte er sanft. Oh Gott! Das war ein Traum der wahr wurde! Touma lud sie zu ihrem Lieblingsfilm ins Kino ein! Am liebsten hätte sie vor Freude laut aufgeschrien, aber sie hatte es noch geschafft sich im Zaum zu halten. „Natürlich! Gerne! Wann treffen wir uns!“ fragte sie nun hektisch, sie konnte ihre Freude eben nicht ganz zügeln, so war sie eben. Touma lachte am anderen Ende der Leitung nur. „Ich würde sagen, wir treffen uns in zwei Stunden vor dem Kino. Dann können wir vorher noch was essen, bevor wir uns den Film ansehen.“ Kimiko gefiel der Plan. Ein Dinner, danach ein Kinofilm, und vielleicht ein Kuss~ Okay, nun merkte sie, dass sie etwas abgeschweift war. Sie schüttelte den Kopf kurz um sich zu beruhigen. „Ja, okay! Bis später Touma!“ meinte sie noch fröhlich ehe sie auflegte. Ihr Blick ging zu Akiza und Akari welche sie nur fragend ansahen. „Was ist?“ Akiza lachte auf. „Nun, man merkt, dass Touma was mit dir vor hat, so wie du strahlst“, meinte sie lachend. Kimiko lief leicht rot an und sah verlegen weg. „Wir gehen doch nur ins Kino, mehr nicht!“ Akiza und Akari sahen sich nur an und grinsten, immerhin würden sie Kimiko natürlich darauf vorbereiten! Sofort eilte Akari zum Kleiderschrank während Akiza ihren Schminkkoffer herausholte.

„Hallo Kimiko! Und… Akiza?“ Touma seufzte etwas. Was machte denn Kimikos Freundin hier? Er wollte ein Date mit Kimiko und keinen Ausflug zu dritt! Kimiko lächelte entschuldigend. „Aki-chan wollte den Film auch unbedingt sehen. Tut mir Leid…“ Touma lächelte sanft. „Ach, schon gut. Lasst uns einfach rein gehen. Ich habe irgendwie doch keinen Hunger.“ Kimiko nickte nur verstehend und ging mit ihrem Freund und ihrer Freundin in das Kino. Es tat ihr ja wirklich leid, immerhin wollte auch sie dieses Date haben, aber Akiza hatte sie so lange angefleht, bis Kimiko nur noch ja sagen konnte. Sie war eben doch etwas weich, aber das war eine ihrer positiven Eigenschaften, glaubte sie zumindest. Im Saal setze sich Kimiko zwischen Touma und Akiza und versuchte, den Film einfach zu genießen, was aber nicht so leicht war, da Akiza neben ihr immer kicherte, wenn ein süßer Junge vorkam und schrie wenn eines der Monster auftauchte. So hatte sie sich ihren Tag nicht vorgestellt…



Akiza und Kimiko waren nach dem Film auf dem Heimweg. Die türkishaarige Prinzessin quasselte vor sich her, welchen Part des Filmes sie am meisten gefürchtet hatte, welcher Charakter ihr am liebsten gewesen war und so weiter, doch Kimiko hörte nicht richtig zu. Ihre Gedanken waren bei Touma, oder besser, wie der Tag gelaufen wäre, hätte sie Akiza nicht zugesagt, dass sie mitkommen könnte. Vielleicht wären sie dann nun zusammen? Okay, Kimiko dachte da vielleicht schon zu weit, aber es würde sie echt freuen. Zu Hause huschte sie dann auch schon gleich in ihr Zimmer, sie brauchte nun einfach Zeit für sich. Sie musste ihre Gedanken ordnen. Akiza sah ihr nach ehe sie auch in ihr Zimmer ging.

Genervt schloss Touma die Haustür hinter sich und schmiss seine Jacke in ein Eck. Diese verdammte Akiza hatte ihm schon wieder die Nummer verdorben! Er wollte doch einfach nur ein Date mit Kimiko und zwar ALLEINE! Er setzte sich auf die Couch und schmollte vor sich hin, als ihn die Stimme seines Bruders aus den Gedanken riss. „Was hast du Touma, du siehst gereizt aus“ meinte der ältere Blonde und setzte sich neben seinen jüngeren Bruder. Dieser schnaufte einmal laut bevor er antwortete: „Ja! Ich bin gereizt. Ich hatte ein Date mit Kimiko und ihre dumme Freundin hat mir dazwischen gefunkt!“ Oh ja, er war wirklich sauer deswegen. Hokuto lachte etwas und klopfte seinem Bruder auf die Schulter. „Du weißt, dass du sowieso wichtigere Dinge zu tun hast, aber wenn du unbedingt willst, lade sie ein, ich koche euch beiden etwas und sie kann ruhig im Gästezimmer nächtigen.“, sagte der ältere erst streng, aber dann sanft. Touma blickte seinen Bruder wie ein Autobus an. War der wirklich einverstanden, Kimiko hier zu haben? Das war das erste Mal, dass er Fremde im Haus erlaubte. Natürlich ließ sich Touma aber sofort darauf ein und holte sein Handy raus. Er wählte Kimikos Nummer und wartete auf eine Antwort. „Touma? Was willst du?“ fragte das Mädchen sanft. „Hey, willst du nicht vorbei kommen? Hokuto meinte, es wäre okay, du kannst auch hier übernachten!“ fragte er gleich richtig fröhlich. Kimiko schien verwundet, da sie erst ruhig war, aber dann fröhlich antwortete und zustimmte. Das stimmte auch Touma gleich wieder etwas milder. Als er aufgelegt hatte, blickte er zu seinem Bruder, welcher sich nur erhob und in die Küche ging. „Das Mädchen hat Glück. Ich koche normalerweise nie für jemanden, aber ich will dir mal einen gefallen tuen mein Lieber. Aber denke dafür daran, ab morgen wieder an die Arbeit zu gehen, klar!“ Touma nickte nur und räumte eben mal sein Zimmer auf.

Am Strandhotel war Kimiko gerade dabei, sich auf den Weg zu machen. Sie war umgezogen und hatte noch eben ein kleines Present für Toumas Bruder eingepackt, da sie wusste, dass dieser eigentlich nicht gerne Besuch hatte. In Ruhe machte sie sich auf und merkte nicht, wie Akiza und Akari ihr heimlich folgten. Diese waren etwas neugierig, wo Kimiko nun noch in ging, vor allem ohne ihnen was zu sagen. Während sie so schlenderte, summte Kimiko fröhlich vor sich hin, immerhin kam sie nun doch noch zu ihrem Date mit Touma, noch dazu bei diesem zu Hause! Besser hätte es doch nicht mehr kommen können!

Dakiyosete hoshii tashikamete hoshii
Machigai nado nain da to omowasete
Kisu o shite nurikaete hoshii
Miwaku no toki ni yoishire oborete itai no


Kimiko blickte auf als sie das Lied hörte. Es schmerzte, es schmerzte so sehr! Sie versuchte sich zu verwandeln, doch sie kam einfach nicht dazu. Die Musik machte sie schwach. Langsam sank sie zu Boden, sie hatte das Bewusstsein verloren. Sofort sprangen Akari und Akiza aus dem Busch und suchten die Feinde. Über sich erblickten sie auch schon zwei der Seemonster. „Wir müssen uns verwandeln!“ meinte Akari ernst und Akiza stimmte nur zu. „Red Pearl Voice! Turquoise Pear Voice!“ Die beiden Mädchen verwandelten sich und machten sich bereit, die beiden Monster anzugreifen. „Heute ist mal mein Song dran, okay?“ Akari nickte nur auf Akizas Frage hin.



tomerarenai kodoku na Heaven
kizuite to ienai yo
osoreteru Heartbreak
koi wo kesenaide
watashi dake no kodoku na Heaven
setsunasa ga itoshii no
anata e no HeartBeat
atsuku atsuku, tomerarenai! atsui ne Heaven


Die beiden Seemonster sahen böse zu den Meerjungfrauen und wollten angreifen, als diese ihr Lied ertönen ließen. Verdammt noch mal, diese verfluchten Meerjungfrauen! „Lass uns lieber abhauen Schwester…“ „Ja, du hast Recht!“ Mit diesen Worten waren die beiden Schwestern auch schon weg. Akari und Akiza sahen sich fragend an. „Was waren das den für komische Gestalten?“ fragte Akari und hob dabei eine Augenbraue an. „Keine Ahnung, aber sie haben wohl nicht mit uns gerechnet“ meinte Akiza lächelnd. „Wir sollten zu Kimiko! Sie ist bewusstlos!“ Akiza wollte gerade los, doch Akari hielt sie zurück. „Was ist denn? Ich will zu ihr!“ „Warte Akiza… Da kommt jemand.“ Akiza folgte dem Blick der Rothaarigen und erkannte sofort Touma. „Wir sollten lieber weg. Touma wird sich um Kimiko kümmern“ Und mit diesen Worten waren die beiden Meerjungfrauen auch schon weg.

Touma hatte sich Sorgen gemacht, als Kimiko nach einiger Zeit immer noch nicht da war. Das war normalerweise nicht ihr Stil, genau deswegen war er auch hier. Sofort lief er zu der Bewusstlosen, als er sie erkannt hatte. „Kimiko!“ besorgt legte er ihr seine Jacke um und nahm sie vorsichtig in den Arm. „Ist alles in Ordnung? Kimiko! Wach auf!“ flehte er besorgt seine Freundin an. Langsam bewegten sich die Augenlieder der Schwarzhaarigen und sie öffnete ihre Augen. Erschöpft blickte sie in Toumas Augen und lächelte leicht. „Tut mir Leid… Ich bin zu spät“ murmelte sie, während sie sich an ihn lehnte. Touma lächelte nur leicht. „Schon gut, ruh dich aus“, meinte er ehe er sie auf seine Arme hob. Sie war schon wieder weggedriftet, aber es war okay, er würde sie tragen. Er wusste nicht was passiert war, doch im Gedanken schwor er sich, denjenigen der an Kimikos Zustand schuld war würde es noch bereuen. Oh ja, und wie er es bereuen würde!