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Kapitel 5 - Kiroi


Noch leicht verschlafen trat Kimiko gerade aus dem Zimmer in welchem sie die Nacht verbracht hatte. Sie hatte die letzte Nacht bei Touma und seinem Bruder verbracht, da diese sie nicht gehen gelassen hatten, da es ihr ja so schlecht gegangen war. „Guten Morgen, Kimiko“ Das Mädchen blickte auf, als sie ihren Namen hörte. Sie sah zur Seite und erblickte Toumas älteren Bruder Hokuto, welcher wohl gerade das Frühstück machte. „Setz dich schon mal. Das Frühstück ist gleich fertig.“ Kimiko nickte nur als Antwort und setzte sich. Eigentlich hatte sie ja gleich gehen wollen, aber es wäre unhöflich gewesen, das Frühstück abzulehnen, nachdem Hokuto, welcher sonst so kalt schien, ihr schon mal Frühstück zauberte. Als der Blonde die Speisen auf den Tisch stellte kam auch Touma endlich aus seinem Zimmer raus, noch gähnend und sich die Augen reibend, und setzte sich an den Tisch. „Morgen…“ murmelte er verschlafen und schnappte sich einen Toast. Kimiko musste innerlich kichern. Nie hatte sie erwartet, dass Touma morgens noch so verpeilt war. Wenn sie ihn immer in der Schule sah, strahlte er nur so vor Energie, aber anscheinend musste er auch erst mal seine Batterien aufladen.

„Wir gehen dann mal Bruder, bis nachher!“ winkte Touma seinem älteren Bruder zu und machte sich dann mit Kimiko auf den Weg zur Schule. Er blickte zu seiner Freundin. „Geht es dir auch wirklich gut? Du warst gestern verletzt…“ meinte er besorgt. Kimiko lächelte ihn nur sanft an. „Mach dir da keine Gedanken, es geht mir wirklich viel besser!“ antwortete sie ihm mit einem Strahlen im Gesicht. Er sollte sich einfach keine Sorgen machen, außerdem… Sie war froh, dass er nicht in den Kampf der Meereswesen mit reingezogen geworden war, immerhin wollte sie ihm nichts Böses. Er war ein netter Mensch, er hatte sowas überhaupt nicht verdient! „…miko, hey Kimiko!“ Das Mädchen schrak aus ihren Gedanken und sah zu dem Blonden neben ihr. „Ich… oh, tut mir Leid“ meinte sie verlegen. Sie war so in Gedanken gewesen, dass sie Touma schon ignoriert hatte. Dieser sah sie wirklich besorgt an. „Geht es dir auch wirklich gut? Ich meine, du bist so abwesend“ Er war wohl wirklich in Sorge um sie. „Mir geht es wirklich gut Touma, aber danke der Nachfrage“ meinte sie sanft. Touma schien nicht wirklich zufrieden mit der Antwort, aber er schien sich damit abzufinden, dass Kimiko nicht heimgehen würde. Ruhig setzte sich die Schwarzhaarige auf ihren Platz als sie die Klasse betreten hatte und sofort war Akiza bei ihr. „Kimiko! Bist du in Ordnung?“ fragte sie besorgt, immerhin hatten sie und Akari gestern die andere Meerjungfrau gerettet. Kimiko nickte nur und lächelte sanft. Erleichtert atmete ihre Freundin aus und blickte sie dann fröhlich an. „Heute kommt eine neue Schülerin! Sie ist eine Freundin von mir, die blaue Meerjungfrauenprinzessin!“ Kimiko sah sie erstaunt an, lächelte aber dann auch fröhlich. „Wirklich? Das ist ja toll! Dann sind wir ja nun auch schon 4 Meerjungfrauen! Das ist toll!“ Gerade als sie diese Worte aussprach, klingelte es auch schon zum Unterricht. Akiza machte sich auf ihrem Platz breit und sah zur Lehrerin, welche mit einer großgewachsenen, schwarzblauhaarigen jungen Dame die Klasse betrat. Sie sah ziemlich ernst und abweisend aus, aber Akiza winkte ihr einfach ungeniert zu. Das war dann wohl die blaue Prinzessin, wie es aussah. Irgendwie war Kimiko doch etwas eingeschüchtert von ihr.



„Das ist Rina Naikawa, sie wird ab heute unsere Klasse besuchen“ stellte die Lehrerin dann die Neue vor, und sofort fingen alle an zu tuscheln. Das lag wohl eher daran, dass Rina eine Jungenuniform trug, als sonst irgendwas. Normal war sowas an japanischen Schulen nämlich nicht, deswegen war sich Kimiko einfach sicher, dass es daran lag. Rina setzte sich ohne weitere Worte einfach auf den leeren Platz vor Kimiko und sah aus dem Fenster. Die weiße Prinzessin würde später mal mit der blauen Meerjungfrau reden!

„Rina-chan!“ Die eben Angesprochene sah auf als sie ihren Namen hörte und blickte in Akizas blaue Augen. „Akiza… was gibt es?“ fragte sie ruhig. Sie schien nicht nur reserviert, sie war es anscheinend auch. „Ich wollte dir Kimiko vorstellen. Also~ Rina das hier ist Kimiko, die weiße Prinzessin, Kimiko, das ist Rina, die blaue Prinzessin“ Kimiko lächelte die schwarzblauhaarige Frau sanft an. „Sehr erfreut, Naikawa-san!“ Rina nickte als Antwort. Dann ließ Akiza doch ihre Bombe platzen. „Und was machen wir nun?“ Kimiko und Rina sahen die Türkise verwirrt an. „Was meinst du?“ fragte Kimiko dann, damit auch Rina und sie verstanden, was abging. „Na ja, wir sind nun 4 Prinzessinnen… aber, wie finden wir die Anderen? Ich meine Mizuna ist gefangen geworden, aber die Lilane fehlt uns noch, außerdem können wir Mizuna nicht befreien, wenn wir nicht wissen, wo das Versteck der Bösewichte ist…“ Rina seufzte etwas. „Na, wir könnten ihnen eine Falle stellen. Eine von uns könnte sich fangen lassen, aber das ist sehr gefährlich…“ Ja, das war wohl wirklich so. Kimiko sah es genau so, wenn sie versagten, würde eine weitere von ihnen in Kuroganes Gewalt sein… Kimiko griff in ihre Tasche und sah auf die Schachtel. Sie hatte immer die Perle der zukünftigen weißen Prinzessin bei sich. Umi meinte, Kimiko solle sie mit ihrem Leben schützen, und das würde sie auch tun! Rina beobachtete Kimiko etwas. Dieses Mädchen schien echt komisch, aber wenn sie mit Akiza befreundet war, war das irgendwie zu erwarten gewesen. Nach dem Unterricht würde sie wohl erst mal mit Kimiko und Akiza mitgehen um ihre weiteren Schritte zu besprechen. Sie würden es schon irgendwie schaffen, die grüne Prinzessin zu retten. Doch nun sollten sie sich erst mal weiter auf den Unterricht konzentrieren…



„Kimiko, ich gehe heute surfen, also wenn du was brauchst, schreibe mir und ich melde mich“ Kimiko sah zu Touma als dieser die Klasse verließ. So war er eben, das war typisch er, aber es war auch gut so, immerhin würde er so nicht in die Sache der Meerjungfrauen reingezogen werden. Vielleicht würde es heute gefährlich werden… Sie würden versuchen, einen Weg zu Kuroganes Versteck zu finden. Sie mussten die andere Prinzessin retten, und zwar schnell! Zusammen machten sich die 3 Meerjungfrauen auf den Weg zum Strand, wo sie bereits von Akari erwartet wurden. Akiza hatte der roten Prinzessin über den Plan informiert. „Da seid ihr ja! Und du musst Rina sein.“ Die ernste Meerjungfrau nickte nur als Antwort. „Okay, dann wollen wir mal!“ meinte Kimiko und sprang mit den anderen Prinzessinnen in das kühle Nass. Sie schwammen sofort los um einen guten Ort für ihre Falle zu finden, doch leider wurde ihnen auch da schon ein Strich durch die Rechnung gemacht.

L to R futari de tsuzutsu mimi ni tsuketa
Onaji seifuku nemutage na kao
Mono ui kaiwa nosete hashiru basu


Kimiko und die anderen zuckten sofort zusammen als sie dieses Lied hörten. Das konnte nur bedeuten, dass die Feinde sie schon gefunden hatten… Viel zu früh! Kimiko hielt sich weiter schmerzend die Ohren. „Ahhhh!“ Sie versuchte den Feind auszumachen und sah nicht weit von ihnen einen jungen Mann auf dem Wasser stehen und singen.

Dakedo nige michi wa L to R ga fusai deru
Utai te no himei ga bokutachi o mitasu


Sie mussten es schaffen, sich zu verwandeln… doch… das Lied dieses neuen Feindes war viel stärker als das ihrer bisherigen Gegner. Es schmerzte doppelt so viel, Kimiko hatte das Gefühl, als würde gleich ihr Kopf zerplatzen. Sie konnten sich so nicht wehren! Verdammt! „Das… das kann nicht das Ende sein“ murmelte Kimiko zu sich und blickte auf als sie ein helles Licht sah. Es kam von der Schatulle mit der Perle der zukünftigen Prinzessin. Wollte diese sie etwa schützen, obwohl sie nicht hier war? Ging so etwas überhaupt? Vor Kimiko und den Anderen erschien ein Hologramm der jungen Meerjungfrau, auch der Feind war so verwundert, dass er sofort aufhörte zu singen. „Was machst du hier?“ fauchte er sauer. Die Prinzessin, oder zumindest ihr Hologramm sah ernst zu dem blauhaarigen Mann. „Ich werde nicht zulassen, dass du sie verletzt Kiroi!“ sagte die kleine Prinzessin ernst und fing an zu singen.

Yasashii kioku to
Natsukashisa wa koe
Garasu no mukou ni
Mou inai no


Kiroi, wie der Feind wohl hieß, fing an sich die Ohren zu halten und sang sein Lied um gegen die Prinzessin anzukommen. „Kimiko… ihr müsst singen, schnell! Ich kann ihn nicht lange aufhalten!“ flehte die junge Meerjungfrau die anderen an, ehe sie ihren Song weiter im Kampf gegen den Mann erklingen ließ. Kimiko und die anderen sahen sich an, ehe sie nickten und sich verwandelten. Sie nahmen ihre Idolgestalten an, gerade noch rechtzeitig, denn das Hologramm der jungen Prinzessin löste sich auf. Kiroi lachte nur. „Sie war dumm zu glauben, mich von der Entfernung aus aufhalten zu können. Aber wenigstens weiß ich nun, wo ihre Perle ist. Gebt sie mir, oder ich werde euch beseitigen!“ „Das wollen wir ja sehen!“ antworteten die Prinzessinnen nur im Einklang und fingen das Lied aller Meerjungfrauen zu singen.



Nanairo no kaze ni fukarete
tooi misaki wo mezashiteta
Yoake mae kikoeta MERODII
Sore wa totemo natsukashii uta


Kiroi wollte sich erneut mit seinem Lied wehren, doch die Meerjungfrauen hatten ihn im Griff. Sie sangen ihr Lied weiter, huldigten damit dem Meer und ihrer Göttin. Kiroi versuchte immer wieder sein Lied anzusetzen, doch er schaffte es nicht und so schrie er schmerzverzehrt auf. „Pure Snow Pitch!“ Das war alles was er gebraucht hatte um zu verschwinden, diesmal würde er die Meerjungfrauen damit noch durchkommen lassen, doch seine Rache würde er noch bekommen, das schwor er sich! Die Meerjungfrauen lachten nur als sie bemerkte, wie sie gewonnen hatten. „Das war knapp“ meinte Akiza erleichtert und die anderen nickten nur als Antwort. Sie waren davon gekommen, aber nur wegen der jungen Prinzessin. Kimiko sah auf die Perlenbox in ihren Händen. „Sie hat uns geschützt… obwohl sie uns nicht kennt….“ Akari legte der anderen Prinzessin eine Hand beruhigend auf die Schulter. „Wir werden sie retten, da bin ich sicher.“ Meinte sie ruhig. Kimiko nickte nur und machte sich mit den anderen Drei wieder auf den Weg an den Strand. Heute würden sie nicht mehr ihren Plan ausführen. Das Zusammentreffen mit Kiroi war für sie alle hart gewesen. „Kimiko! Schau! Ist das nicht Touma?!“ Kimiko wurde sofort aus ihren Gedanken gerissen, als Akiza sie ansprach. Sie blickte zum Stand und tatsächlich! Dort lag Touma! Er schien bewusstlos! Sofort schwamm die junge Meerjungfrau zum Strand.

„Touma! Wach auf!“ rief Kimiko besorgt. Natürlich hatte sie schon wieder ihre Menschengestalt angenommen. Sie half dem Jungen, als er endlich zu sich kam, sich aufzusetzen. Er blickte sie verwirrt an. „Kimiko? Was ist passiert?“ fragte er verwirrt. „Das würde ich gerne wissen, du Idiot! Du sagtest, du gehst surfen und nun finden wir dich hier bewusstlos!“ Touma hielt sich den Kopf. „Ich… wollte auch surfen… dann war da auf einmal dieses Lied…“ Rina hob misstrauisch eine Augenbraue. Sie waren ziemlich weit auf dem Meer gewesen, wie hatte der Junge da die Musik hören können? War er etwa kein normaler Junge? Akiza schien die Gedanken von Rina zu bemerken und zog diese etwas weg. „Keine Sorge, er ist ein normaler Junge. Aber dadurch, dass er so viel Zeit mit Kimiko verbracht hat, hat ihre Energie seine Sinne auf die Musik der Meereswesen gestärkt.“ Rina beruhigte das aber gar nicht. Es war nicht gut, wenn ein Mensch so nahe an ihr Geheimnis kam…