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Kapitel 6 - Verrat


„Ich fasse es nicht, dass ihr mir die Meerjungfrauen nicht bringen könnt! Sind etwa alle meine Diener unfähig?!“ Kurogane war sauer, mehr als sauer. „A… aber! Kiroi hat doch auch schon versagt!“ meckerte Fukasa, denn sie sah einfach nicht ein, dass sie für das alles bestraft werden sollten, nur Kiroi nicht, weil er Kuroganes Bruder war!“ Kurogane war auf diesen Kommentar hin noch wütender als zuvor. Er ging auf Fukasa zu und packte ihr Gesicht mit einer Hand, zwang sie ihm tief in die rubinroten Augen zu sehen. „Kiroi hat es auch mit der zukünftigen Prinzessin zu tun gehabt. Sie ist ein anderes Kaliber als diese schwachen Meerjungfrauen aus unserer Zeit!“ Er ließ Fukasa wieder los. „Kurogane-sama. Wenn ihr erlaubt, würde ich gerne als nächstes mein Glück versuchen. Die Meerjungfrauen werden nicht fähig sein, sich meiner Musik zu entziehen.“, war eine große Frau mit Schmetterlingsflügeln und dunklen Haaren ein. „Nun, denn. Ich überlasse es dir, Kana. Enttäusche mich nicht, wie diese andern Verlierer, haben wir uns verstanden?“ „Natürlich, Kurogane-sama!“ Mit diesen Worten war Kana auch schon verschwunden. „Bist du sicher, dass man Kana alleine gehen lassen kann?“ kam eine Stimme hinter dem Thron hervor, und Kiroi kam aus dem Schatten. „Kana wird es schon schaffen, wenn nicht, dann weiß sie, dass sie eine große Strafe erwartet!“ Kiroi seufzte etwas. „Wie du meinst Nii-san, es ist deine Entscheidung“



„Leute, ich bin dann mal weg!“ rief Kimiko ihren 2 neuen Mitbewohnerinnen und Akiza zu. Sie hatte heute ein Date mit Touma, nachdem das Letzte ja nicht so gut gelaufen war. Heute würden sie einfach etwas in der Stadt bummeln und vielleicht zum Karaoke gehen. Sie freute sich schon riesig darauf! Akari, Akiza und Rina verabschiedeten sich, ehe sie sich selbst auf den Weg machten. Die drei Meerjungfrauen wollten ihren Plan nochmal durchgehen. Akari hatte sich freiwillig gemeldet, sich vom Feind gefangen nehmen zu lassen, und somit den Anderen, welche ihr folgen würden, den Weg zu Kuroganes Versteck zu zeigen. Es war okay, dass Kimiko nicht dabei war, sie würden es auch zu dritt schaffen. Sie setzten sich an den Strand und überlegte. „Wie machen wir das nur am besten? Ich meine… Wir haben letztes Mal ja gesehen, wie schnell es gehen kann, und der Feind uns umzingelt…“ gab Akiza ihre Bedenken zu verstehen. Akari nickte besorgt. „Das ist wohl wahr… wenn es schief läuft, fängt er vielleicht sogar uns alle… und das wäre der Untergang der Welt.“ Ja, von ihnen hing wirklich viel ab, immerhin waren sie zu Schutz der Meere da, und wenn Kurogane sie nun alle fangen würde, wären nur noch die lilane und schwarze Prinzessin übrig. Rina seufzte etwas. „Wir müssen es darauf ankommen lassen, sonst können wir Mizuna und die weiße Prinzessin der Zukunft nicht befreien…“ Alle sahen sie besorgt auf das Meer. Es war wohl wahr, dass es wirklich alles von dem Erfolg dieser Mission abhing. Es machte die Sache nur noch schwerer. Akizas Gedanken gingen zu ihrem Freund Seiya. Sie waren zwar kein Paar, aber sie liebte ihn mehr als alles andere auf der Welt. Was würde er machen, wenn sie nicht mehr kommen würde? Sollte sie sich bevor sie anfingen, besser gleich bei ihm verabschieden? Sie machte sich wirklich sorgen.



„Und? Wollen wir uns ein Eis holen, Kimiko?“ fragte der blonde Junge seine Begleitung. Kimiko wurde sofort auf geregt, sie liebte Eis essen! „Au ja! Sofort!“ meinte sie glücklich, Touma konnte auf den Blick von der Schwarzhaarigen hin nur lachen. Sie war wirklich süß, wenn sie sich so freute. Das war es, was er so an ihr liebte. Dieses aufgeregte Lächeln. Er nahm sanft ihre Hand und ging mit ihr zu dem nächsten Eissalon. Als Kimiko merkte, wie Touma ihre Hand hielt, wurde sie leicht rot und drückte seine Hand etwas. Es war wie ein wunderschöner Traum, aus welchem sie nie Aufwachen wollte. Sie setzten sich hin und gaben ihre Bestellung auf, und während dieser Zeit lies Touma nie die Hand von Kimiko los. Sollte sie ihn darauf ansprechen? Sollte sie ihm sagen, wie sie sich in seiner Nähe fühlte? Sollte sie ihm ihre Liebe gestehen? Sie war sich nicht sicher, nein sie war nicht mutig genug, um es zu sagen. Warum war es nur so schwer? Unbewusst hatte sie wohl wieder Toumas Hand gedrückt, denn dieser streichelte mit seinem Daumen sanft über ihren Handrücken. „Kimiko…“ Das schwarzhaarige Mädchen sah auf. „Ich… Kimiko… Ich liebe dich!“ Kimiko riss verwundert die Augen auf, denn Touma hatte eben das gesagt, was sie schon so lange für ihn fühlte… und… er erwiderte diese Gefühle? Das war wie ein Traum. „Du… ich meine… wirklich?“ fragte sie noch etwas verwirrt. Es war nun doch etwas plötzlich gekommen. Er hatte sie überrumpelt. Sie freute sich riesig, doch sie war auch verwirrt. Touma bemerkte das natürlich. „Ich… tut mir leid, vergiss es…“ murmelte er. „NEIN!“ Er schrak auf als Kimiko so schrie. „Ich… ich liebe dich auch Touma!“ Nun war es der Blonde, welcher nicht schlecht aus der Wäsche schaute. Sie hatte gerade seine Gefühle erwidert, er war der Glücklichste Mann auf der ganzen Welt.

Etwas später am Strand, hatten sich die drei Prinzessinnen nun ins Wasser begeben und ihre Meerjungfrauengestalt angenommen. Sie hatten sich gedacht, wenn sie schon da waren, dann konnten sie es doch gleich ausnutzen und eine Runde schwimmen. Akiza merkte, wie Rina sie fragend ansah. „Was ist Rina-chan?“ fragte die türkise Prinzessin. Rina überlegte kurz, ob sie wirklich fragen sollte, doch sie wollte es endlich wissen. „Wie hast du Kimiko kennen gelernt… Und warum seid ihr Freundinnen?“ Akiza hob eine Augenbraue und sah Rina nun fragend an. „Warum fragst du so was? Na ja, kennengelernt habe ich Kimiko in der Schule, das war vor etwa 2 Jahren. Und wir haben uns eben gut verstanden, und da wir beide Meerjungfrauen sind, haben wir eben viel gemeinsam gehabt.“ Rina seufzte etwas. „Verzeih mir die Frage, doch keine normale Meerjungfrau würde sich mit der weißen Meerjungfrau anfreunden. Versteh mich nicht falsch, ich mag Kimiko sehr… nur…“ Akiza blies beleidigt ihre Backen auf. „Was? Du meinst wegen diesem dummen Gerücht aus dem schwarzen Reich, dass sie ein schlechtes Omen ist, und das Meer in Gefahr bringt? Ich glaube nicht an so was! Kimiko ist das Gegenteil!“ Rina hob verteidigend ihre Hände. „Es tut mir Leid. Ich meine ja nur. Mir wurde immer gerate, mich von ihr fern zu halten. Sie wird uns alle ins Verderben stürzen. Und, wenn die Weisen ihres Reiches das sagen…“ Etwas weiter weg schwamm gerade Kimiko. Sie wollte ihren Freunden von der tollen Nachricht erzählen, doch als sie gehört hatte, was Rina da eben von sich gegeben hatte, war sie sofort stehen geblieben. Wollten die Meerjungfrauen sie etwa hintergehen? So wie es ihr eigenes Reich getan hatte? Akiza würde doch so etwas nie tun, oder? Sie blickte die drei Meerjungfrauen an.

„Habe ich euch endlich, Meerjungfrauen!“ Akiza, Rina und Akari blickten auf, als sie angeredet wurden. Vor ihnen schwebte Kana in der Luft. „Nun werde ich euch fangen und Kurogane-sama bringen!“ „Das denke ich nicht!“ rief Rina und schon verwandelten sich die 3 Meerjungfrauen. „Zu spät!“ rief Kana.

Doushite sora wa konna ni aokute
Nani mo kanashimi o shiranu you ni
Itsumo tamerawazu ashita e to kuzureochiru


Akari, Rina und Akiza hielten sich die Ohren. Dieses Lied war zwar ruhig, doch es war schmerzhafter als es schien. Sie mussten singen, sie mussten selbst kämpfen!

shizuka ni furitsuzuku ame kehai o kakikeshita
hiraita hitomi no oku e to tsuzuku no wa
annani aishita kokoro


Rina fing an ihr Lied zu singen, und versuchte damit gegen Kana anzukommen, Akari und Akiza stimmten sofort mit ein, doch auch Kana war nicht gewillt aufzugeben, so sang auch sie weiter. Es schien, als würde es keiner schaffen zu gewinnen. Rina versuchte mit ihren Freunden lauter zu singen, doch da wurde auch Kana wieder lauter. „White Pearl Voice!“ ertönte plötzlich Kimikos Stimme. Akiza sah freudig zu ihrer Freundin. „Kimiko! Ein Glück. Komm, hilf uns schnell!“ Kimiko setzte das Mikro an ihre Lippen und wollte gerade singen, als ihr die Worte von Rina wieder in den Sinn kamen. Rina vertraute ihr nicht… Sie wollte sie hintergehen. Und Akiza und Akari machte da mit. Sie hatte nie mit so einem Verrat gerechnet. Vor allem nicht von ihrer besten Freundin Akiza! Sie fing nun doch an zu singen, doch nicht das Lied der Meerjungfrauen.

Kuchihateru you ni moyuru tsuki
Akatsuki ni shizumiyuku


Akiza und die anderen weiteten geschockt die Augen, als sie Kimikos Stimme vernahmen, denn im Gegensatz ihnen zu helfen, griff sie nun die Meerjungfrauen an! Ihr Lied schmerzte ihren Freundinnen, sie schrien auf. Kana sah nur verwundert zur weißen Prinzessin, sang aber dann mit dieser das dunkle Lied von Kimiko. Akari blickte sauer zu ihrer Freundin. „Du Verräterin!“



Yami ni houmure yogoreta egao
Yariba no nai ikari, hanate!
Doredake no chi to namida wo nagashitara...
Inoru you ni kiri saite
Kyou mo akaku someage yo!


Die Prinzessinnen nahmen wieder ihre Meerjungfrauengestalten an. Sie waren zu schwach um ihre Idolform noch aufrecht zu erhalten. Vorsichtig blickte Akiza zu Kimiko, ehe sie das Bewusstsein verlor. Kana wollte den Meerjungfrauen hinterher, welche nun langsam auf den Meeresboden sanken. Immerhin wollte sie Kurogane ja die Perlen bringen, doch Kimiko hielt sie auf. „Wie ist dein Name?“ fragte sie die Schmetterlingsfrau. Kana sah Kimiko fragend an, antwortete aber dann. „Ich bin Kana“ „Gut, Kana. Bring mich zu Kurogane… Ich… will mich euch anschließen!“ Kanas Blick war mehr als nur verwundert, und eigentlich wollte sie ja die Perlen der Drei holen, aber… Wenn sie Kurogane eine Meerjungfrau bringen würde, welche sich auch noch ihm anschloss… Ja! Eine Belohnung war ihr sicher! „Gut, komm mit!“ Mit diesen Worten verschwanden sie und die weiße Prinzessin im Nichts.

Später am Abend saßen Akari, Akiza und Rina in Kimikos Zimmer und waren deprimiert. Akiza hielt die Schachtel mit der weißen Perle der Zukünftigen drinnen fest. „Warum.. hat Kimiko das getan?“ fragte sie traurig, sie hielt sich echt zurück, nicht gleich zu heulen. Rina seufzte etwas. „Ich befürchte, sie hat gehört was ich gesagt habe. Sie fühlte sich sicher hintergangen von uns.“ Akari seufzte etwas. „Na, toll. Wir müssen es schaffen, Kimiko zurück zu holen… nur wie…“ Die Rotbraunhaarige war etwas bedrückt. Sie hatte Kimiko laut eine Verräterin genannt. Würde sie da überhaupt wieder zurückkehren? Das würde wohl nur die Zeit zeigen.